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Prag Nachrichten

26.08.2008 - Nachrichten

Prag kritisiert Russland und beharrt auf territorialer Unversehrheit Georgiens

Die Tschechische Republik beharrt auf ihrer Forderung nach einem territorial unversehrten Georgien, wie die Sprecherin des Außenministeriums, Zuzana Opletalova gegenüber der Presseagentur CTK sagte.

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Russland sei in dieser Frage nicht unparteiisch, sagte Opletalova. Prag reagierte damit auf die Entscheidung Russlands, die separatistischen georgischen Gebiete Südossetien und Abchasien anzuerkennen. Die USA, Frankreich, Großbritannien, Deutschland sowie weitere Länder hatten Russland zuvor für diesen Schritt scharf kritisiert.

Keine Einigung über Kaukasus-Konflikt bei Beratungen von Regierungsspitzen und Präsident Klaus

Beim Treffen von Präsident Vaclav Klaus mit den in der Außenpolitik aktiven Regierungsministern konnte auch am Dienstag kein gemeinsamer Standpunkt hinsichtlich der Kaukasus-Krise gefunden werden. Nach der rund einstündigen Sitzung sagte Regierungschef Mirek Topolánek, man sei sich nicht in allem einig. Er denke aber, man werde sich auf Hilfsmaßnahmen für Georgien, seine staatliche Integrität und Frieden in der Region als Grundthesen einigen können, sagte Topolánek. Beim Treffen der Staatsspitzen sollte ein tschechischer Standpunkt erarbeitet werden, der auf dem außerordentlichen EU-Gipfel zum Russland-Georgien-Konflikt kommende Woche präsentiert werden soll. Bei der Kabinettssitzung am Mittwoch soll das Thema erneut verhandelt werden. Auch Präsident Klaus ist geladen. Klaus hatte wiederholt die Hauptschuld am Konflikt Georgien zugeschoben, während die Regierung die Invasion Russlands einhellig verurteilt hatte.

Verteidigungsministerin Parkanová skeptisch gegenüber Rückzugsforderung aus Kabul

Die afghanische Regierung will die Anwesenheit ausländischer Truppen möglicherweise reduzieren. Das meldet die Presseagentur AP. Kabul kritisierte scharf das Vorgehen der Nato-Truppen. Immer wieder gebe es bei Luftangriffen auf afghanische Dörfer zivile Opfer. Im Land befinden sich auch rund 400 tschechische Soldaten. Verteidigungsministerin Vlasta Parkanová sagte in einer ersten Reaktion, man werde dem Wunsch der Regierung in Kabul entsprechen und die Truppen zurückziehen, falls das gefordert werde. Parkanová bezweifelte jedoch, dass afghanische Sicherheitskräfte ausreichten, um die Situation im Land zu kontrollieren. In Afghanistan sind über 50.000 Nato-Soldaten im Auftrag der UN im Einsatz.

Gewerkschaft und Siemens einigen sich über Entschädigung für Werksschließung in Prag

32 Millionen Euro an Entschädigung hat der Siemens-Konzern den Beschäftigten in Aussicht gestellt, sollte das Schienenfahrzeugwerk in Prag-Zličín im nächsten Jahr geschlossen werden. Jeder Mitarbeiter soll eine Abfindung in Höhe von 16 Monatsgehältern bekommen. Auch zu Weiterbildungsmaßnahmen will die Firma beitragen. Die Metallarbeiter-Gewerkschaft zeigte sich mit dieser Lösung zufrieden und will keine weiteren Protestaktionen organisieren. Siemens hatte vor kurzem im Rahmen seines gesamteuropäischen Sparprogramms angekündigt, das Prager Schienenfahrzeugwerk verkaufen oder schließen zu wollen.

Starke Krone: Rückzug deutscher Firmen aus Tschechien droht

Aufgrund des rasanten Kursanstiegs der tschechischen Krone in diesem Jahr verzeichnen rund 160 deutsche Firmen in Tschechien deutliche Umsatzeinbußen. Das geht aus einer Untersuchung der Tschechisch-deutschen Industrie- und Handelskammer (ČNOPK) in Prag hervor. Danach erwäge eine Reihe der Firmen sich aus Tschechien zurückzuziehen bzw. die Investitionen herunterzufahren. Die Untersuchung sei ein klares Signal an die tschechische Regierung, sagte Bernard Bauer, Vorstandsmitglied der Industrie- und Handelskammer. Bauer forderte ein weiteres Gegensteuern der Tschechischen Nationalbank sowie die zügige Einführung des Euro.

Prager Polizei verhaftet Bande von Taschendieben

Eine Gruppe von sechs rumänischen Taschendieben wurde in der vergangenen Woche verhaftet. Dies gab die Prager Polizei bekannt. Auch ein 57jähriger Anwalt wurde angezeigt: Er soll den Dieben illegal Informationen beschafft haben, um sie vor der Strafverfolgung zu schützen. Die Taschendiebe waren vor allem auf der Karlsbrücke, dem Altstädter Ring und in den öffentlichen Verkehrsmitteln aktiv. Bei einer Hausdurchsuchung fand die Polizei Diebesgut im Wert von mehreren zehntausend Kronen (einigen tausend Euro). Den Verdächtigen im Alter von 28 bis 37 Jahren drohen bis zu acht Jahren Haft.

Tschechische Post will 180 kleine Filialen schließen

Die tschechische Post wird bis zum Ende des Jahres rund 180 nicht ausgelastete Filialen in kleinen Gemeinden schließen, wie am Dienstag eine Sprecherin der Post mitteilte. Ersatz soll ein motorisierter Postdienst bringen. Die meisten Filialen werden in Südböhmen ihre Dienstleitung einstellen. Die Bürgermeister einiger betroffener Gemeinden haben sich bereits beim Ministerium für Regionalentwicklung über das Vorhaben der Post beschwert.

Eurostat: 2060 wird Tschechien eine Millionen Einwohner weniger haben

Die Tschechische Republik wird im Jahr 2060 rund 9,5 Millionen Einwohner haben und damit rund eine Million weniger als gegenwärtig. Das geht aus einer demografischen Analyse hervor, die am Dienstag das EU-Statistik-Amt Eurostat veröffentlicht hat. Als Hauptgrund für den Bevölkerungsrückgang gab Eurostat den steigenden Altersdurchschnitt der Bevölkerung an. Dieser werde in Tschechien einer der höchsten in der EU sein, hieß es in der Analyse.

Umfrage für UNICEF: Mehrheit der tschechischen Kinder ist glücklich

Die Mehrheit der tschechischen Kinder und Jugendlichen zwischen neun und 17 Jahren ist glücklich und freut sich am meisten über persönliche Erfolge, Freundschaften und gute familiäre Beziehungen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor, welche die Gesellschaft Factum Invenio für UNICEF erstellt hat. Danach meinen 63 Prozent der Kinder ein glückliches Leben zu führen, mehr die Hälfte war der Ansicht fast immer glücklich zu sein. Nur ein Prozent der Befragten gab an ausgesprochen unglücklich zu sein. Für die Untersuchung wurden über 400 Kinder und Jugendlichen befragt.

Erstes Graffiti-Festival in Prag

In Prag ist am Dienstag das erste Graffiti-Festival eröffnet worden. Das „Names Festival“ präsentiert Werke tschechischer und internationaler Künstler. Wichtig ist laut Veranstaltern auch der soziale Kontext der Graffiti-Bewegung. Die Künstler produzieren ihre Werke ausschließlich auf legal angemieteten Flächen betonen die Organisatoren. Teil des Festivals ist ein Begleitprogramm mit Vorträgen und Filmpräsentationen. Das „Names Festival“ ist im Kino Aero eröffnet worden. Weitere Veranstaltungsorte sind das Zentrum für zeitgenössische Kunst „Meet Factoy“ im Stadtteil Smíchov und der Atelier- und Ausstellungskomplex „Trafačka“ in Prag-Libeň. Das Festival dauert bis zum 6. September.

Fußball: Budweis-Trainer Jan Kmoch entlassen

Im Montags-Spiel der Gambrinus-Liga unterlag der 1. FC Brno / Brünn vor eigenem Publikum Mladá Boleslav / Jungbunzlau 0:2. Die Tore schossen der französische Legionär Ludovic Sylvestre in der 18. und Jan Rajnoch in der 45. Minute.

Nach der Niederlage verloren die Brünner die Tabellenführung rutschten auf den sechsten Platz ab. In der höchsten tschechischen Spielklasse führt nun Sparta Prag vor Sigma Olomouc / Olmütz und Baumit Jablonec / Gablonz. Neues Tabellen-Schlusslicht ist Dynamo České Budějovice / Budweis. Der Budweiser Trainer Jan Kmoch wurde daraufhin am Dienstagvormittag vom Vereinspräsidium entlassen.

Das Wetter

Am Mittwoch ist es in Tschechien heiter bis wolkig mit Tageshöchsttemperaturen von 23 bis 27 Grad Celsius.

(radio-Prag)


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