Susana Ferreira diskutiert angeregt mit einigen Mitgliedern des Arbeitskreises "lig@te".
Steuerfragen werden besprochen und Finanzpläne gemacht. Obwohl das Projekt erst seit Mai 2008 besteht, läuft alles wie geschmiert. Ferreira, eine quirlige Frau Mitte 30, ist Sozialarbeiterin im Lissaboner Stadtteil Ameixoeira. Jeden Montag treffen sich im Sozialzentrum Menschen und stellen ihre Geschäftsideen vor. Der Arbeitskreis sucht dann Partner, die bei der Umsetzung helfen können. Gut fürs Selbstwertgefühl Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Der Erfahrungsaustausch mit Praktikern hilft beim Einstieg in die Selbstständigkeit Über 40 Personen haben schon an den Kurzseminaren teilgenommen. Geleitet werden diese ehrenamtlich von Projektpartnern, zum Beispiel den Mitgliedern des portugiesischen Jungunternehmerverbandes. Die Hilfe von den Praktikern Erinnerung an den Bau der Berliner Mauer ...
Neuer Anlauf zur Wiedervereinigung Zyperns ...
ÄŒunek-Audit geht weiter – Schwarzenberg überprüft auch Staatsanwaltschaft und Polizei ... ist für angehende Unternehmer wertvoll, bestätigt Isabel Gambino, die vor zwei Wochen ihre eigene Immobilienverwaltungsfirma gegründet und vor allem vom Erfahrungsaustausch mit den Kursleitern und anderen Teilnehmern profitiert hat.
Ausgerechnet im Problemviertel Ameixoeira am nördlichen Stadtrand Lissabons wollen immer mehr Einwohner Unternehmer werden, irgendwie auf eigene Rechnung ihr Leben in die Hand nehmen. Denn Jobs gibt es dort so gut wie keine. Trostlose Betonbauten, kaum Grünanlagen, so gut wie keine Geschäfte, hohe Kriminalität. Die meisten Einwohner - Afrikaner, Roma und Portugiesen - wurden aus niedergerissenen Slums hierher umgesiedelt, von einem Ghetto ins nächste.
Es musste etwas getan werden, meint die Sozialarbeiterin Susana Ferreira: "Es geht nicht nur ums Geld. Auch das Selbstwertgefühl ist wichtig, die Kontakte, das Teilen von Wissen und das Gefühl, über sich hinaus zu wachsen." Das bestätigten auch die Teilnehmer, nur sehr wenigen von ihnen gehe es allein ums Geld. "Alle betonen, wie sie sich entwickelt haben, gewachsen sind. Das ist für mich wichtiger als Firmengründungen oder Umsatz", sagt Ferreira.
Bessere Ideen für bessere Chancen Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Selbständig als Friseurin: nicht nur mit eigenem Salon, sondern auch mit Hausbesuchen Das Projekt "lig@te" soll nicht nur unternehmerische Grundkenntnisse und berufliche Kompetenzen vermitteln. Es will vor allem ein Netzwerk von Kontakten und sozialen Beziehungen schaffen - Hilfe zur Selbsthilfe, die funktioniert. Ein Beispiel dafür ist Vera, eine junge Friseurin Mitte 20, alleinerziehende Mutter zweier Töchter. Vera ist seit Monaten arbeitslos. Eigentlich wollte sie ihren eigenen Friseursalon aufmachen. Beim Existenzgründerprojekt kam sie auf eine bessere Idee: "Jetzt will ich als Friseurin zu den Kunden gehen, in Altenheime und Tagesstätten zum Beispiel. Viele Leute können ihre Wohnung nicht mehr so leicht verlassen. Es gibt zwar viele Friseure, aber wenige bieten diesen Service an."
Mit Hilfe der anderen Projektteilnehmer hat Vera bereits Werbeflugblätter für ihren Zuhause-Haarschneideservice drucken lassen und ihre Preisliste gemacht. Zwischen zehn und 50 Euro will sie nehmen und hat sogar eine Email-Adresse für Geschäftskontakte. Projektleiterin Susana Ferreira hat ihr im Seniorenheim des Stadtteils ein Vorstellungsgespräch vermittelt und so geholfen, die ersten Kunden zu finden.
Anders als vor drei Monaten blickt die Friseurin jetzt optimistisch in die Zukunft: "Ich war verzweifelt, darum bin ich zur Sozialarbeiterin gegangen. Und als die mir von "lig@te" erzählte, war es, als ob eine Tür aufgestoßen wurde. Es war ein Zeichen der Hoffnung."
(Deutsche Welle)
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